Angelruten
Eine Brandungsrute ist Ansichtssache. Die Möglichkeiten zum reinen
Brandungsangeln wie an der Ostsee sind in Norwegen sehr schlecht. Dazu
fehlen meist geeignete Sandstrände - aber es gibt sie. Daher ist es
sinnvoll, sich vorher darüber zu informieren. Außerdem hängt es auch vom
Platz im Fahrzeug ab, was mitgenommen werden kann. Dachboxen und Anhänger
sind bei Platzmangel wirklich zu empfehlen. Dann kann man sich auf
Eventualitäten gut einstellen. Andererseits wird oft alles mögliche
mitgeschleppt, nur vor Ort dann nicht benutzt. Man hatte sich ja so viel
vorgenommen.
Als Minimumausrüstung sollte mindestens eine Pilkrute und eine
Naturköder-/Bootsrute mitgenommen werden. Für die Pilkrute empfiehlt sich
eine Stationär- oder kleine Multirolle, für die Naturköderrute ohne wenn
und aber eine Multirolle. Das ist eigentlich die Grundausrüstung für
erfolgreiches Fischen im Meer.
Wer gerne auch vom Ufer aus fischen möchte, sollte ernsthaft überlegen
eine Spinnrute inkl. kleiner Stationärrolle mitzunehmen. Gute
Gelegenheiten bieten sich immer und das Fischen mit der Spinnrute sorgt
für Abwechslung. Gerade wenn man mit Freunden zusammen einen zweiwöchigen
Angelurlaub verbringt, sind auch kleinere Spannungen vorprogrammiert. Mit
der Spinnrute in der Hand kann man sich für einige Stunden von seiner
Truppe absetzen, ohne auf das Angeln zu verzichten. Außerdem gibt es
oftmals kleinere Seen oder Flüsse in der Nähe. In diesen warten vielleicht
prächtige Forellen auf den Angler und bereichern den Speiseplan ungemein.
Wer sich eine neue Rute für Norwegen zulegen möchte, sollte von
Billigangeboten absehen...

...denn
auf die Ruten wirken oft enorme Belastungen. © Andreas Stiehler Steckruten sind Teleskopruten vorzuziehen.
Steckruten haben eine wesentlich bessere Gesamtaktion. Eine gute Steckrute
(am besten zweigeteilt) aus Kohlefaser mit SIC-Ringen ist schon eine gute
Investition. Die vermeintlich höheren Anfangskosten zahlen sich später
durch mehr Spaß am Fischen aus. Nüchtern betrachtet ist eine Toprute eine
Investition fürs Leben. Diese kauft man nur einmal und hat dauerhafte
Freude dran. Und eine gute, teuere Rute hat höhere Reserven, als das
vermeintliche Schnäppchen in der staubigen Ecke des Gerätehändlers.
Rollenendring - Ja oder Nein?
Wer mit einer 30lbs Bootsrute liebäugelt und nicht weiß, ob diese einen
Spitzenrollerring haben sollte oder nicht: ein muss ist dieser nicht. Er
sorgt lediglich dafür, dass die geflochtene Schur mit schwerem Blei besser
ablaufen kann. Da wegen der hohen Bleigewichte auf diesem Endring die
höchste Belastung sitzt, entsteht eine hohe Reibung und damit Wärme.
Billige Hardloy Ringe eignen sich daher nicht so gut. Die bessere Wahl ist
auch hier eine komplette SIC-Beringung. Diese sind ausreichend hart,
leiten die Wärme besser ab und lassen dadurch die Schnur leichter laufen.
Dieses Pro und Contra ist aber Ansichtssache.
Gerätevorschläge
Pilken - Für das leichte Pilken bis 50m ist eine Pilkrute bis 150g WG
ausreichend. Entsprechend des Wurfgewichtes sollten auch die Pilker
dimensioniert sein. Geht es tiefer und werden die Pilker schwerer ist es
ratsam auf eine Pilkrute mit ca. 300g WG umzusteigen. Beim schweren Pilken
in großen Tiefen ab 100m ist von einer Pilkrute abzusehen und gleich zu
einer Bootsrute (je nach Tiefe und Pilkergewichten etwa 20-30lbs) zu
greifen. Über die Jahre ist der Trend zum "Light-Fishing" erkennbar. Es
macht einfach mehr Spaß am leichten Gerät!
Naturköderfischen - Hier fällt die Wahl auf eine Bootsrute. Die
"Allround-Bootsrute" hat ein Wurfgewicht von 30lbs. Damit läßt es sich in
150m ohne Probleme fischen. Geht es noch tiefer - beispielsweise auf
Großleng oder Heilbutt - dann sollte es schon eine 50lbs-Rute sein. Wie
bei Kleidung, ist es auch bei den Ruten. So kann es vorkommen, dass diese
unterschiedlich ausfallen, d.h. eine 30lbs-Rute der Firma X hat eine
andere Härte als die 30lbs-Rute von Firma Y. So kann beispielsweise die
30lbs-Rute von Firma X die gleiche Härte wie die 20lbs-Rute von Firma Y
haben. Auch hier ist ein Trend auszumachen:
Großlengtouren sind das Stichwort! In den letzten Jahren werden immer
wieder Kapitale von 50 Pfund und mehr gefangen. Diese extremen
Anforderungen setzen absolutes Topmaterial voraus.
Spinnfischen - Eine herrliche Abwechslung bringt das Spinnfischen vom
Ufer, Steg oder Mole. Möglichkeiten bieten sich viele. Eine ca. 3m
lange Spinnrute mit 30-60g WG ist vollkommen ausreichend. Wer nicht gerade
am Ufer damit fischt, der kann sie auch vom Boot aus auf Makrele oder
Pollack einsetzen. Ein Drill mit so feinem Gerät macht großen Spaß.
Brandungsangeln - Ich denke, man fährt nicht unbedingt zum Brandungsangeln
nach Norwegen, aber wer dennoch auch in Norwegen in der Brandung den
Dorschen nachstellen möchte, der kann seine Ostsee-Brandungsrute
verwenden. |