Global Positioning System
Was verbirgt sich hinter
dem Kürzel GPS?
Das Global Positioning
System besteht aus 24 Satelliten (drei davon sind Reserve), die
sich in sechs verschiedenen Umlaufbahnen um die Erde bewegen. Die
Umlaufbahnen haben dabei eine Neigung von 55° zur Äquatorebene. Einmal in
12 Stunden Sternzeit (entspricht in Erdstunden 11 Stunden 58 Minuten) und
in einer Höhe von 20.200 km umlaufen die Satelliten die Erde. Die GPS
Satelliten stehen dabei ständig in Kontakt mit eines der Kontrollzentren
auf der Erde, von denen es fünf Stück gibt. Dabei werden den Satelliten
ihre voraussichtlichen Positionen (Ephemeriden) eingespeist und die GPS
Zeit kontrolliert.
Wie kommen die Daten auf
das Display meines GPS-Empfängers?
Zunächst benötigt man einen
GPS-Empfänger (GPS-Handy/GPS-Kartenplotter o.ä.). Dieser berechnet eine 2
D Position, indem er die Entfernung zu mindestens drei Satelliten (ab 4
Satelliten 3 D - also auch die Höhe) mißt. Dazu werden aufmodellierte
Codes verwendet. Der GPS-Empfänger generiert den gleichen Code wie der
Satellit und mißt dann die Zeitdifferenz, die er zum Synchronisieren
beider Codesignale benötigt. Der GPS-Empfänger vergleicht also die Zeit,
zu der das Signal vom Satelliten ausgesendet wurde und wann er es
empfangen hat. Aus dieser Zeitdifferenz kann die Entfernung berechnet
werden. Erhält der GPS Empfänger von mehreren Satelliten dieses Signal, so
kann er seine Position bestimmen. Durch eine ständige Neuberechnung kann
der GPS-Empfänger auch die Geschwindigkeit und Bewegungsrichtung
berechnen.
Dies war ein kleiner
Einblick, wie denn eine solche GPS-Position überhaupt auf dem Display
eures GPS-Empfängers erscheint und was alles dazu notwendig ist. Je
genauer die Messung sein soll, desto aufwendiger werden die Meßverfahren
und Meßgeräte. Die Genauigkeit variiert dabei von Metern bis in den
Millimeterbereich, beispielsweise bei Landvermessung mit aufwendigen
Meßtechniken und anschließenden Berechnungen, geodätische Meßverfahren
reichen bis in den Millimeterbereich. Wir als Norwegenangler werden mit
einem bewegten GPS Empfänger also immer ein paar Meter Toleranz einplanen
müssen. Die Genauigkeit ist aber vollkommen ausreichend!
Genauigkeit von GPS
Wie im oberen Kapitel
erwähnt, gibt es sehr teure Geräte, die vor allem für die Landvermessung
benutzt werden, die bis in den Millimeterbereich genau sind. Mit
eingeschalteterm"Selective Availability" (SA) erreichten die Empfänger
typischerweise Genauigkeiten von etwa 100 Metern (diese Angaben gelten
immer für 95 % der Fälle). Nach der Abschaltung von SA stieg die
Genauigkeit auf etwa 15 Meter, je nach verfügbarer Zahl und Stellung der
Satelliten.
WAAS/EGNOS
Beim WAAS (Wide Area
Augmentation System - weiträumiges Erweiterungssystem) handelt es sich um
ein satellitengestütztes DGPS. WAAS wurde in Amerika entwickelt und soll
vor allem der Flugsicherung dienen. WAAS ist auch nur in Nordamerika zu
empfangen. Was WAAS in den USA, ist EGNOS (European Geostationary
Navigation Overlay Service) in Europa. Das System ist im April 2003 an den
Start gegangen und steht zur Verfügung. Der Praxistest ergab eine
Genauigkeit von 3 Metern - wir waren begeistert!
Was ist nun der Vorteil von
EGNOS und wie funktioniert es? Einfach erklärt handelt es sich dabei um
ein Netzwerk von vielen Stationen, die die Signale der Satelliten
empfangen und an ein Kontrollzentrum weiterleiten. Dabei kann jeder
Satellit einzeln ausgewertet werden. Anhand von allen Stationen kann ein
Korrekturengitter erstellt werden. Dieses Korrekturengitter ist notwendig,
da es durch verschiedene Fehlerquellen - vor allem atmosphärische Effekte
- zu Ungenauigkeiten kommt. Für den GPS-Empfänger heißt das, er erhält
genauere Daten.
Mit EGNOS kann man bis auf
1-3 Meter Genauigkeit erreichen - wir können dies anhand von Praxistests
bestätigen.
Um EGNOS nutzen zu können,
ist ein EGNOS-unterstützendes GPS Gerät erforderlich. Die Funktion WAAS/EGNOS
muß anschliessend im Gerät aktiviert werden.
Hier ein paar GPS-Handys, die
WAAS/EGNOS unterstützen:
Magellan
-
SporTrak-Serie
-
Meridian-Serie
-
Companion 500
Garmin
-
GPS 72
-
eTrex Venture
-
eTrex Vista
-
eTrex Legend
-
Geko 201
-
GPS 76
-
GPSMAP 76
-
GPSMAP 76S
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Genauigkeit
des ursprünglichen GPS-Systems mit aktivierter SA
100 Meter
Typische
Positionsgenauigkeit ohne SA
15 Meter
Typische
Differential-GPS (DGPS)-Genauigkeit
3 - 5 Meter
Typische
Genauigkeit mit aktiviertem WAAS/EGNOS
1 - 3 Meter |
GPS in der Praxis

GPS 12 von Garmin und ein herkömmlicher Kompass. ©
Andreas Stiehler
Der wohl wichtigste Punkt, um
mit einem GPS-Empfänger arbeiten zu können, ist die Bewegung. Ohne
Bewegung keine GPS-Daten. Das sollte für uns aber kein Problem sein, sind
wir doch alle mit Booten auf dem Nordmeer unterwegs. Ist eine vermeintlich
gute Stelle anhand von Seekarten und Echolot ausgemacht, wird diese über
die Funktion 'Mark' dt. 'markieren' in den Datenbestand
aufgenommen. Erweist sicht diese Stelle als Top Angelplatz, dann kann sie
nun über die Funktion 'GoTo' dt. 'gehe zu' erneut angefahren
werden. Häufig zeigen Pfeile auf dem Display des GPS Empfängers, wie man
sich zur entsprechenden Position bewegen muß, um sie zu erreichen. Erwies
sich die Angelstelle jedoch als unbrauchbar, dann kann die Position
gelöscht werden.
Wichtig: Der Kompaß des GPS
kann nicht zum Navigieren im herkömmlichen Sinn genutzt werden,
sondern dient nur der optischen Orientierung!
Wichtig
Speichert euch zunächst euren
Heimathafen ab, am besten stellt ihr dabei mehrere Punkte über sogenannte
Routenfunktionen zu einer Heimroute zusammen. Bei Nebel kann dies Leben
retten. Nicht nur bei Nebel, sehen die Fjordeinfahrten doch teilweise
identisch aus. "Wir müssen hier rein." "Nein weiter." "Meiner Meinung nach
sind wir schon vorbei." Um solche Debatten zu vermeiden, ist ein GPS
Empfänger ein großer Vorteil. Nichts desto trotz sollte immer als
Sicherheit ein Kompaß und eine Seekarte/ausschnitt dabei
sein und eine fähige Person, die anhand dieser Utensilien den Weg nach
Hause bestimmen kann.
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