Fjordangeln
Hier soll etwas näher auf des
Angeln in Norwegischen Fjorden eingegangen werden. Zumal gerade Einsteiger
diese Angelart oft mit dem Angeln in Norwegen symbolisieren. Und auch alte
Hasen fischen häufig nicht nur im offenen Meer, sondern werden auf Fjorde
ausweichen oder ausweichen müssen, weil die Urlaubshütte eben nicht in der
Nähe des offenen Meeres liegt, sondern evtl. im hinteren "Fjordsack", also
am Ende des Fjordes. Die favorisierte Angelart wird dabei sicher das
Pilken sein.

Im
Fjord vor Storfosna. © Andreas Stiehler
Alle Fischarten, die im
offenen Meer vorkommen, können auch im Fjord gefangen werden können. Man
muss nur wissen wo die Topstellen zu finden sind. Geradewegs in die Mitte
des Fjordes zu fahren, weil hier die tiefsten Stellen sind, ist sicher
nicht die optimale Methode. Fast alle Fjorde sind nach einen immer
wiederkehrenden Schema aufgebaut. Meist verlaufen die umgebenden Berge des
Fjordes unter Wasser spiegelbildlich weiter.

Ein gern
gesehener Gast: ein Seeteufel. © Andreas Stiehler
Wer kein Echolot besitzt,
sollte folgende Stellen absuchen: Ufernahe Plätze in einer Entfernung bis
zu 100 Meter. Hier befinden sich sehr oft Plateaus, Geröllfelder, steile
Kanten und Unterwasserberge, Tang und Algen. In Tiefen zwischen 20-80
Meter hat man sehr gute Chancen, Dorsche, Köhler, Pollak usw. an den Haken
zu bekommen. Eine weitere Topstelle ist die Fjordschwelle. Das ist der
Übergang zwischen offenem Meer und Fjordanfang. Da hier oft eine enorme
Strömung herrscht, wird sauerstoffreiches Wasser mit frischen Plankton und
Kleinstlebewesen in den Fjord gepresst. Dieses Kleinstlebewesen zieht
kleinere Fische magisch an. Die "Dicken" lassen sich solch fette Beute
natürlich nicht entgehen. Diese "Fjordschwellen" sind meist nicht allzu
tief im Gegensatz zum übrigen Fjord (Fjordschwellentiefe um 100-150m).
Durch Wasserverwirbelungen wird nahrhaftes, sauerstoffreiches Wasser
hinter die Schwelle und in den Fjord gepresst. Fjordschwellen haben
unterschiedliche Tiefen die man leicht mit einer Seekarte oder Echolot
finden kann.

Natürlich kann man auch eine
30lbs Bootsrute mit Naturköder bestückt in der Mitte des Fjordes benutzen.
Allerdings sollte man sich im Klaren sein, dass Fjorde teilweise enorm
Tief sind. Der Sognefjord z.B. bis zu 1.300 Meter! Aber auch der normale
Fjord bringt es im Mittel auf gut 300 Meter Tiefe und mehr. Also nicht
unbedingt beste Vorrausetzungen genau die Fjordmitte zu beangeln.
Häufig sieht man Norweger,
die mit Ruderbooten ganz dicht an Felsen fischen. Nicht ganz ungefährlich,
denn man kollidiert schneller mit dem Fels als man es möchte, also
aufgepaßt. Die Methode ist aber sehr erfolgreich, da sich direkt an den
Felskanten zahlreiche Fische aufhalten. Vor allem im Sommer, da hier das
Wasser am Rande des Fjordes sehr warm ist. Wer sich nicht sicher ist, der
versucht es mit gezielten Würfen aus sicherer Entfernung.
Angeln vom Steg /
Uferangeln (Was von der Küste aus geht)
Das Angeln vom Steg - etwas für Zwischendurch, wenn
beispielsweise starker Wind eine Ausfahrt mit dem Boot unmöglich macht.
Wo sollte man diese Angelart bevorzugt einsetzen? Am besten dort, wo
sich Sandböden befinden! Hier fühlen sich viele Platten wohl. Wer also
das Glück hat, seinen Steg auf solch einem Boden vorzufinden, der
sollte es versuchen. Was wird benötigt? Entweder eine Rute mit
Stationärrolle oder ganz simpel je nach Tiefe etwa 10m
Monofile Schnur (ca. 0,3mm), an die ihr einen Haken bindet. Der Haken
sollte nicht zu groß sein (max. 4/0) - am besten eignen sich spezielle
Butthaken.
Als Köder werden vorzugsweise Makrelen- oder Heringsfetzen
benutzt. Der absolute Topköder ist und bleibt aber der Wattwurm. Jedoch
macht es unheimliche Arbeit, ehe man von ihnen ein paar im Watt
gegraben hat. Werft euren Haken mit Fetzen ein paar Meter vom Steg aus
ins Wasser, lasst den Haken mit Fischfetzen absinken, befestigt die
Schnur und dann heißt es warten (hier unsere Simpelmethode ohne Rute
und Rolle erklärt). Wird die Schnur straf, dann holt die Schnur ein.
Mit etwas Glück könnt ihr die Platten sogar am Boden
sehen. Nicht verzagen, wenn wiederholt an eurem Haken eine Krabbe ist.
Selbstverständlich können auch Angler ohne Steg mit Sandboden in den Genuß von Platten kommen. Sucht euch einfach sandige Stellen in eurer
Gegend, mit leichter Rute und Stationär, sowie einem Blei von ca. 100 g
geht es dann an diese Stelle. Werft die Montage aus und wartet auch
hier, bis die Schnur straff geworden ist.
Das Uferangeln -
die zweite Variante, wird aber die bevorzugte sein. Folgendes ist
eine recht gute Zusammenstellung: Spinnrute ca. 2,7m Länge und
Wurfgewicht 40g. Eine kleine Rolle mit Schnurfassungsvermögen ca. 200m
0,22-0,25er Monofile Schnur.
 Ufer
vor Storfosna. © Andreas Stiehler
Zur Not
tut es auch eine Karpfenrolle. Wählt aber eine möglichst leichte Rolle.
Auch die Rute sollte nicht zu schwer sein. Als Köder kommen Kunstköder
zum Einsatz: Leichte Blinker, Spinner, Twister und als Nachläufer evtl.
mal eine Fliege? Probiert mal einfach etwas herum.
Was kann man denn vom Ufer aus
fangen? Um es Kurz zu machen: Dorsche, Pollack,
Köhler, Hornhechte, Heringe & Makrelen wären die Hauptbeute. Sicher,
Kapitale sind nicht zu erwarten, aber gerade diese Angelart entspannt
und macht wirklichen Spaß. An so einem feinen Gerät ist selbst der
Drill eines Hornhechtes ungemein spannend. Ich spreche aus Erfahrung.
Also, beim nächsten Norgeangelurlaub die Spinnrute nicht vergessen. |