Extratipps zum Angeln in Norwegen
Wie löse ich Hänger vom
Grund
Irgendwann trifft es jeden. Hänger beim Pilken! Was tun? Fahrt langsam mit
dem Boot einen großen Kreis um die Hängerstelle herum. Versucht dabei
immer wieder durch kurze Ruckbewegungen den Pilker vom Grund zu lösen.
Gebt nicht beim ersten erfolglosen Versuch auf. Oftmals klappt es erst
beim dritten oder vierten Versuch. Zur Not den Kreis um die Hängerstelle
verkleinern. Wenn es dann noch nicht geschafft ist... Kappen.
Hänger beim
Naturköderangeln
Möglichst das Blei nicht unkontrolliert über dem Grund schleifen lassen.
Kontakt halten und das Blei ab und zu mal etwas mit der Rute anheben.
Gerade multifile Schnur ermöglicht einen super Kontakt zur Montage und
Grundblei.
Für das Boot
Baut oder kauft euch Rutenhalter in die ihr die nicht benötigten Ruten
steckt. Das schafft Ordnung auf dem Boot und schont Nerven. Gerade bei
etwas größeren Touren stören herumliegende Angelruten zwischen den
Sitzbänken. Wenn drei Angler auf einem Boot je zwei Ruten mitnehmen (z.B.
für das Naturköderangeln und leichtes Pilken) dann liegen schon sechs
Angeln im Boot herum. Bootsrutenhalter sind also recht nützlich.
Wasserfeste Sitzkissen für die Bänke sind kein Luxus! Man kann sich diese
selber bauen. Achtet aber darauf, dass die Unterlagen rutschfest sind.
Werden sie nämlich feucht, fangen sie an zu rutschen.
Reflexwesten
Reflexwesten müssen zum 01.03.2007 in jedem Auto mitgeführt werden, und in
greifbarer Nähe sein.
Wetter
Nutzt das gute Wetter. Fahrt wenn immer das Wetter mitspielt raus und
bleibt dort so lange wie möglich. Schlechtwetter gibt es noch zur Genüge.
Beginnt bei gutem Wetter eure Tagestour bei der Angelstelle die am
weitesten von eurem Hafen entfernt liegt und klappert nach und nach die
nächstgelegene Angelstelle ab. So ward ihr an allen interessanten Stellen
- auch wenn das Wetter sich im Laufe des Tages verschlechtert. Dann könnt
ihr immer noch dichter unter Land fischen. Das sich das Wetter innerhalb
kurzer Zeit ändern kann, wisst ihr ja. Gegen Mittag kommt bei gutem Wetter
immer etwas Wind auf. Wer dann hinter einer Insel im Windschatten liegt
kann beim Heimfahren etwas nass werden.

Das
Wetter kann in Norwegen in wenigen Minuten umschlagen. © Andreas Stiehler
Extratipp
Lasst euch nach Möglichkeit kein Holzboot andrehen. Die driften zwar
etwas langsamer als GFK Boote, sind aber nie dicht und das dauernde
Wasserschöpfen und die nassen Füße nerven ganz schön. Es gibt Angler, die
haben mehr Zeit mit der Verteilung von "Matschband" im Boot zur Abdichtung
verbracht, als mit dem Angeln selber.
Sitzefleisch
Wer schon oft in einem der üblichen GFK Boote gesessen hat, kennt die
"harten" Bänke. Irgendwann kommt der Punkt, da möchte man doch lieber
stehen als sitzen. Vor allem Zeitgenossen mit wenig "Sitzfleisch" sei
empfohlen sich eine weiche Schaumstoffunterlage zu basteln. Diese können
dann als Unterlage dienen. Sie sollte allerdings keine glatte Fläche
haben, ansonsten rutscht man bei Feuchtigkeit mitsamt der Matte von der
Sitzbank.
Treibanker
Was tun, wenn ihr Naturköderangeln betreibt oder beim Pilken eine Super
Angelstelle entdeckt habt? Euer normaler Anker erreicht den Grund nicht da
das Gewässer zu tief ist, oder das Seil zu kurz.
Baut euch einen Treibanker! Dieser wirkt bei starker Drift als eine Art
Wasserschirmbremse. Als Treibanker kann der Bootsanker selber dienen. Ein
Eimer voller Wasser, ein Stein oder was auch immer, kann diese Funktion
ebenfalls übernehmen. Schon verlangsamt sich die Bootsdrift und einem
vernünftigen Angeln steht nun nichts mehr im Wege.
Gerätepflege
Man kann es gar nicht oft genug erwähnen. Überprüft nach jedem Angeltörn
eure Geräte. Vor allem Multifile Schnur verdient genaueste Kontrolle. Ist
die Schnur aufgeraut oder verdrillt, dann Schnur bis dorthin kappen.
Rollen, Haken und Wirbel sollten nach jeder Ausfahrt mit kaltem Wasser
ausgespült werden - die Rollen und Ruten zumindest am Vortag der Abreise.
Fetten und Ölen nicht vergessen. Das Norwegische Meer und die Luft sind
ungemein salzhaltig. Monofile Schnur, die mehrere schwere Drills oder
Hänger überstehen musste, könnte evtl. überdehnt sein. Nehmt also auch
Monofile Reserveschnur mit.
Schnüre
Die enden Multifiler Schnur neigen meist zum Entflechten (Aufribbeln).
Hier kann ein kleiner Tropfen Sekundenkleber gegensteuern. Bei Monofiler
(Sehne) hilft das verkleben des Endes mit einem Feuerzeug. Dadurch
entsteht ein kleiner Wulst und das Ende der Schnur kann nun nicht mehr
durch den Knoten rutschen.
Beißzeiten
Nutzt die Zeit wenn Wind und Strom stillstehen und angelt im Tiefwasser
bei 100 -250 m mit Naturködern oder Heringsfetzen am Torpedopilker. Da
sitzen die richtig Großen. Ansonsten ist die beste Zeit ab zwei Stunden
vor und nach dem Zenit der Tide. Das heißt vor und nach dem höchsten
Wasserstand. Wenn das Hochwasser erreicht ist, steht es für ca. eine halbe
Stunde still. Während dieser Zeit herrscht die geringste Drift. Es wird
viel geschrieben darüber ob nun die Topbeißzeit bei ablaufendem oder
auflaufendem Wasser ist. Logische Gesichtspunkte sprechen für das
Auflaufende (Flut) Wasser. Weil damit ja auch neue Nahrung herangespült
wird. Dieser folgen dann auch die Fische. Bei ablaufenden Wasser kehrt
sich dann das ganze um.
Ob sich der Mondstand auf Beißzeiten auswirkt, steht in den Sternen. Auch
hierüber wird viel spekuliert. Fakt ist, dass der Mond die Gezeiten und
Wasserstände mitbestimmt, wenn auch nur im geringen Ausmaß (Spring- und
Nippfluten) Ob sich das aber auf die Beißzeiten auswirkt!?
Beliebte Fischstandorte
Kanten, Uferabbrüche, Berge, Wracks, Riffe, Löcher, Höhlen, Große
Steine/Felsen, Algen & Tangwälder. Hier finden sie Verstecke und Schutz
gegen evtl. Feinde. Aus diesen Verstecken heraus belauern sie ihre Beute.
Schwarmfische stehen fast immer hinter Kanten und Bergen im Stromschatten.
So sparen sie Kraft. Wer diese Kenntnisse über den Fisch für sich
ausnutzt, ist im Vorteil.
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