Wichtige Informationen zur Bootsbenutzung in Norwegen

Bootsschein

Die wohl meist gestellte Frage: "Benötige ich für Norwegen einen Bootsschein?" Die eindeutige Antwort: "Nein, solange euer Boot fünf Bruttoregistertonnen nicht übersteigt."

Wer sich nicht vorstellen kann, was fünf Bruttoregistertonnen sind, den kann ich beruhigen. Keines der für Touristen angebotenen Boote, ob GFK, Alu oder Dieselschnecke wird diese Grenze überschreiten. Selbst kleinere Kutter nicht.

Ein Bootsführerschein in Norwegen könnte 2009 oder 2010 zur Realität werden! Aktuelle Informationen erfahrt ihr hier dann an dieser Stelle...

Handhabung des Bootes

Obwohl ihr keinen Bootsschein benötigt, sollten ein paar grundlegende Dinge vorher beachtet werden, die sich überwiegend mit der richtigen Handhabung des Bootes befassen. Hier ist euer Hütteneigner, Vermieter oder Guide der erste Ansprechpartner. Scheut euch nicht Fragen zu stellen, es kann eure Lebensversicherung sein!

Bootsübergabe

In der Regel werden euch direkt nach der Ankunft - neben den Hütten - die Boote übergeben. Hier sichert sich nicht nur der Besitzer bzw. Vermieter ab, sondern auch ihr. Stellt ihr Mängel fest, klärt das bitte sofort. Andernfalls werde euch bereits vorhandene Schäden evtl. auf eure Kosten in Rechnung gestellt!

Nachdem die Boote inspiziert und ihr den Bootsschlüssel in den Händen haltet, wird euch der Vermieter das Boot erklären. Auch wer schon öfter mit Booten unterwegs war und erfahrener Norwegenangler ist, sollte trotzdem aufmerksam zuhören, denn manche Boote haben so ihre Eigenheiten. Erstfahrer sollten genauestens hinhören und ich empfehle, die erste Tour mit dem Vermieter zu unternehmen!

Größe und Motorisierung

Man sollte auf jeden Fall darauf achten, dass bei der gebuchten Hütte ein Boot mit Außenbordmotor inklusive ist. Noch besser sind Boote mit Steuerstand, das erspart Arbeit, ist komfortabler und besser zu handhaben. Das Boot sollte um die 17 Fuß groß sein und der Motor mindestens 10PS haben (besser 15PS). Je mehr, desto besser. Alles andere ist zu klein oder unterdimensioniert. In einem Boot dieser Größe können maximal drei Personen Platz finden. Fahren mehr Personen mit, ist ein zweites Boot Pflicht! Dass heißt, euer Gastgeber oder der Angelreiseveranstalter sollten weitere Boote auftreiben können. Man kann sich natürlich auch einen kleinen Dieselkutter mieten. Diese sind meist 20 Fuß lang und haben einen stärkeren Motor. In diesem Fall kann auf ein zweites Boot verzichtet werden.


Bestens geeignet, mit 40PS in Richtung Fanggründe. © Andreas Stiehler

Meine persönlichen Empfehlung für

  • drei Personen: Größe: 17-19 Fuß mit Außenborder (Steuerstand empfehlenswert); Motorisierung: 20-40PS

  • vier Personen: Größe: 19-22 Fuß mit Außenborder (Steuerstand empfehlenswert); Motorisierung; ab 30PS

  • fünf Personen und mehr: entweder mehrere Boote (wie oben) oder aber einen Dieselkutter

Dieselkutter werden oft vom Hüttenvermieter vor Ort angeboten. Ein kleines hochprozentiges Präsent für den Hüttenbesitzer kann den Preis für den Kutter mit Sicherheit nach unten drücken. Viele Angelreiseagenturen vermitteln solche Dieselschnecken auch direkt, bzw. sorgen dafür, dass diese vor Ort zur Verfügung stehen. Dieses Geld teilt sich durch die mitfahrenden Personen, was bedeutet, dass sich die Kosten für so eine Dieselschnecke in Grenzen halten. Das Angeln macht dann aber wesentlich mehr Spaß, da man in diesen Booten stehen kann. Hinzu kommt noch die höhere Seetauglichkeit und damit Sicherheit.

Ein Wermutstropfen dieser Dieselschnecken sollte erwähnt werden. Meist sind diese recht langsam. Wer also weiter draußen fischen möchte, sollte zu einem 20-30 PS Motor greifen. Damit sind schnellere Ortswechsel möglich. Dafür schlucken diese Motoren mehr Sprit. Die Dieselschnecken sind sparsamer.

Sicherheitsinfo

Bitte bedenkt, dass auch 40 oder 70PS-starke Boote kein Freifahrtsschein für Touren jenseits der 15 Seemeilen auf das offene Meer sind. Wer eine solche Tour unternehmen möchte, beispielsweise zu Köhlerplateaus weit draußen - der sollte an einer Kuttertour teilnehmen. Die Kutter sind hochseetauglich und der Kapitän meist ein erfahrener Berufsfischer, der sich etwas Geld damit verdient. Er kennt sich bestens aus und hat jahrelange Erfahrung. Respektiert also das Meer - auch mit 70PS!