Boots- und Kutternageln in Norwegen
Der eine oder andere hat mit
solchen Kutterausfahrten in Norwegen schlechte Erfahrungen gemacht.
Vornehmlich war man der Meinung, der Kapitän oder Schiffseigner habe sich
nicht genug bemüht.
Normalerweise
nennt man ja ein GFK oder Aluboot während des Angelurlaub sein eigen. Zum
Teil werden aber auch organisierte Kutterfahrten angeboten. Wer die
Möglichkeit hat, sollte ruhig solch eine Chance nutzen. Nur mit diesen
hochseetüchtigen Kuttern kommt man zu den Topstellen, die oft weiter
draußen liegen.

Aluboote. © Andreas Stiehler
Nun, man sollte es wie mit
den Kutterausfahrten auf der Ostsee halten. Entweder man hat Glück oder
eben nicht. Ist der Fisch da und fängt man gut, war es klasse. Geht man
leer aus, war alles Mist. Sicher stimmt es, dass der eine oder andere
Kutterkapitän nur auf schnelle Euros oder Norgekronen aus ist. Aber es
gibt auch viele, die sich wirklich bemühen und gute Fangplätze aufsuchen.
Aber eine Fanggarantie gibt es eben auch in Norwegen nicht. War die
Ausfahrt nichts, dann hat man es eben halt einmal probiert.
Und auch wer erfolgreich von
der Ausfahrt zurückkehrt, freut sich wieder auf seine "Nußschale", denn
nur mit dieser erlebt man das grenzenlose Angeln. Eben das, warum man
unter anderem auch nach Norge hochfährt...
Ein wenig noch zur eigenen
Sicherheit
Angeln mit dem eigenen Boot.
Wer träumt nicht davon. Zumindest bei eurem nächsten Norwegen Angelurlaub
wird der Traum wahr. Sicher wird es nur ein kleines Boot sein. Oder
vielleicht doch ein größeres? Wie auch immer. Folgendes soll euch ein
wenig als Anhaltspunkt zur Sicherheit auf See dienen. Ihr wollt doch
schließlich gesund und munter nach Hause fahren.

Vorsicht bei "kabbeliger" See. © Andreas
Stiehler
Meeresangeln ist einer der letzen Freiräume für Individualismus in freier
und unverbrauchter Natur. Aber es kann auch gefährlich werden. Überall und
leider auch immer wieder ließt man: Angler bei Bootsausfahrt ertrunken!
Damit euch solch ein Schicksal erspart bleibt, beherzigt bitte einige
wohlgemeinte Tipps.
-
Auf keinen Fall mit den
üblichen kleinen GFK Booten zu weit hinausfahren. Einige hunderte Meter
Entfernung von der letzten Insel. Damit sollte man es bewenden lassen.
-
In kleineren Booten niemals
aufstehen. Unkontrollierte Bewegungen könnten euer Boot zum Kentern
bringen.
-
Nehmt immer genug
Bootsbenzin mit. Ein Reservekanister kann nie schaden. Lasst auch die
Paddel niemals an Land zurück. Achtet auf Rettungswesten.
-
Sollte der Wind von Land
her auffrischen dann fahrt lieber etwas dichter unter Land.
-
Benutzt für das "kleine
Geschäft" einen Eimer. Ist sicherer als es über Bord abzulassen.
-
Alkohol in übermäßiger Form
hat auf einem Boot absolut nicht zu suchen. Ein Bier (vielleicht auch
zwei) pro Mann ist OK. Wird es zuviel mit dem Alkohol, dann überschätzt
ihr euch mit Sicherheit und werdet unvorsichtig.
Mit Kuttern können auch
weiter entfernt liegende Angelstellen angefahren werden. Wer noch nie auf
einem Kutter mitgefahren ist, hat etwas verpasst. Kutterfahrten haben den
Vorteil, man hat die Möglichkeit weiter draußen zu fischen, wo die Chance
auf kapitale Fische größer ist. Am schönsten sind Ausfahrten mit kleinen
Kuttern, wo so um 20 Personen Platz finden. Das hat eine Private
Atmosphäre. Beim werfen darauf achten, das niemand durch herumfliegende
Pilker verletzt wird. Angelschnüre können sich auch in der Motorschraube
verwickeln. Ein manövrierunfähiges Schiff könnte die Folge sein. Abgesehen
von den erheblichen Folgekosten für den Kuttereigner um die Schnüre wieder
entfernen zu lassen.
Seekrankheit ist
nichts Lächerliches, sondern kann jeden treffen. Aber keine Sorge, die
vergeht an Land wieder im Nu. Es gibt viele Tipps, wie man sich schützen
kann. Ausreichend essen, wenig Alkohol, viel Schlaf. Wer extrem anfällig
für Seekrankheit ist, sollte sich Tabletten dagegen besorgen. Auf dem
Schiff den mittleren Bereich zum Angeln wählen, da sich die Stabilität des
Kutters hier am besten auswirkt. Besser gesagt, an diesem Punkt liegt der
Kutter am ruhigsten.
Nach Möglichkeit sollte auf
den Horizont geschaut werden. Dabei nimmt man das Schaukeln des Schiffes
nicht so extrem wahr. Dieser Tipp gestaltet sich beim Fischen jedoch als
schwierig. Denn die Aufmerksamkeit lenkt doch immer wieder auf das Wasser.
Wer dran denkt, wird auch Seekrank. Wer davon bereits betroffen ist,
sollte Tabakrauchverqualmte Kajüten meiden. Und Dieselhaltige Auspuffgase
verschlimmern das ganze nur noch. Die beste Medizin dagegen ist, wenn die
Fische beißen. Dann vergisst man sie auch schnell wieder.
Wer die Meeresangelei betreiben will -und
dabei ist es egal in welches der sieben Weltmeere er seinen Köder zu
versenken beabsichtigt- muss sich vor allen Dingen über das zu
benutzende Boot vorher intensiv Gedanken machen. Über die Größe und
Ausstattung sowie über den Typ sollte man sich unbedingt genau im
Klaren sein. Der Faktor "Abenteuer" kann sonst im Verlauf des Urlaubs
eine Dimension annehmen, die sich manch einer nicht vorstellen kann und
die auch in den allermeisten Fällen nicht erwünscht ist.
Gleiter und Verdränger
von Jochen Himmelskamp
Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Bootstypen. Die "Gleiter"
und die "Verdränger".
Gleiter sind Boote, die so gebaut sind,
dass sie ab einer bestimmten Geschwindigkeit mit dem Bug aus dem Wasser
heraus kommen und auf der eigenen Bugwelle über das Wasser gleiten. In
diesem Zustand kann man die Geschwindigkeit theoretisch beliebig
steigern. Praktisch kommt es natürlich irgendwann zu einem nicht mehr
zu kontrollierenden Zustand mit der Folge von recht unangenehmen
Überschlägen oder ähnlichen Figuren aus dem Eiskunstlauf.
Um ein Boot ins "Gleiten" zu bekommen, ist nicht nur eine besondere
Bootsform, sondern auch eine genügend große Motorisierung notwendig.
Bei einer Länge von 4,60m und drei Personen sowie einer entsprechenden
Nutzlast von Angeln, Pilkern, Proviant (fest und flüssig) usw sollten
es schon 25 PS sein. Das ist jetzt ein Erfahrungswert von mir, der
nicht wissenschaftlich belegt ist.
Reicht die Motorleistung nicht aus, fährt auch ein Gleiter als
Verdränger. Dieses "über das Wasser gleiten" kann man aber nur bei
relativ ruhigem Wetter. Wird die See zu hoch, muss die Geschwindigkeit
reduziert werden und man fährt dann als Verdränger.
Verdränger sind zum Beispiel alle großen Schiffe, wie Frachtschiffe,
Kutter, die meisten Segler und die Dieselschnecken (weiss der Henker
woher der Name kommt). Bei diesen Typen kann man die Geschwindigkeit
nicht über eine gewisse Grenze -die Rumpfgeschwindigkeit- steigern. Da
nützt es auch nicht, wenn die Motorleistung erhöht wird. Die
Rumpfgeschwindigkeit eines Schiffes wird durch die Länge, mit der das
Schiff im Wasser liegt, bestimmt. Es soll hochgebildete Personen geben,
die das exakt berechnen können.
Als Faustformel reicht für den
Normalsterblichen:
Rumpfgeschwindigkeit = Länge des Bootes/Wurzel aus 2 (also 1,41). Das
Ergebnis ist in Knoten. Bei einem 4,60m langem Boot ergibt sich eine
Geschwindigkeit von ~ 3,3 Knoten. Also nicht besonders flott. Im
Umkehrschluss ergibt sich daraus, je länger das Boot, umso größer ist
die Rumpfgeschwindigkeit. Bei einem Dieselkutter von 24 Fuß ist das
dann mit ~ 5,1 Knoten gar nicht mal so schlecht.
Beide Typen haben Vor- und Nachteile:
Gleiter sind erheblich schneller, der Angelplatz ist in kürzerer Zeit
erreicht und man kann bei aufkommendem schlechten Wetter besser abhauen
und die schützenden Schären erreichen. Ist der Wind allerdings da, dann
ist das mit einem Verdränger, und da besonders mit den Dieselkuttern
der Nörgs, besser abzuwettern. Mit den Dingern sind in grauer Vorzeit
die Fischer als "Ich AG" zur See gefahren und haben sich ihren
Lebensunterhalt verdient. Diese Boote "passen" einfach erstklassig in
die Wellen und schaukeln einen zwar langsam aber sicher nach Hause.
Für beide gilt aber auch, dass der Motor nicht zu klein ist (unter 10
PS). Bei rauem Wasser "gegen an" wird man nicht so stark abgebremst und
bei achterlicher See ist das Boot besser auf Kurs zu halten.
Bei der Größe der Boote hat vermutlich jeder so seine eigene
Vorstellung. Für mich gilt, dass es ein zu großes Boot eigentlich nicht
gibt. Jedenfalls hab ich bei den Angeboten der Reiseveranstalter noch
keins gefunden. Je größer, umso bequemer ist die Angelei. Und sicherer
ist das Ganze auch noch.
Meine Mindestgrößen:
Boote mit Außenborder sollten 5m bzw 17 Fuß lang sein und einen 30 PS
Motor haben.
Dieselkutter müssen mindestens 21 Fuß lang und eine 10 PS Maschine
haben.
Zum Abschluss hab ich da noch einen Spruch, den ich von einem alten
Segler gehört habe, und den sich jeder, der sich auf Meer traut
beherzigen sollte:
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Ogen op und kloren
Kurs
Anners supst du af und bist in Moors! |
Das ist Plattdeutsch. Auf Wunsch gibt es
eine auch im südlichen Teil unserer Republik verständliche Übersetzung. |